Der weiße Riesling

Durch DNA-Analyse wurde festgestellt, dass der Riesling aus einer Kreuzung zwischen Heunisch und einer traminerähnlichen Sorte entstanden ist. Erstmals als „Rüsseling“ erwähnt wurde die Sorte um 1348 im Elsass. Der bekannte deutsche Botaniker Hieronymus Bock (1498-1554) schreibt in seinem „Kreütter Buch“ der Ausgabe 1546, dass „Rissling wachsen an der Mosel/Rhein und in Wormbs“. Der Ursprung des Rieslings wird aber auch von der Wachau reklamiert, weil es dort einen im 13. Jahrhundert urkundlich erwähnten Weinberg namens Ritzling gibt.

Die erste Form des Rieslings war rot!

Der erste Riesling hatte eine rote Beerenhaut; genau wie auch der Gewürztraminer und der Grauburgunder. Durch eine Mutation ist daraus dann der weiße Riesling entstanden. 

Der Riesling stand früher im gemischten Satz im Weinberg. Erst ab dem 19. Jahrhundert wurde er in reinen Sätzen angepflanzt. Eine Ausnahme war der Fürstabt von Fulda, der bereits im Jahre 1716 auf dem gerade erworbenen Johannisberg ausschließlich Riesling anbauen ließ. Aber die Sorte war lange umstritten. In einem Dokument aus dem Jahre 1747 wird berichtet: „Im Rhingau haben sie: Gutedel und Elbling als beste Sorte, Heinisch als Mittelgattung und Rußling als die schlechteste der Trauben.“ Dies erklärt sich auch durch die damals üblichen, amtlich verordneten, frühen Lesetermine. Die dreihundertjährige Klimaphase der kleinen Eiszeit war nicht warm genug für eine späte Lese, denn man musste früh einsetzende Nachtfröste fürchten. Die Geschichte vom Spätlesereiter sorgte dafür, dass der Lesetermin zum November-Beginn verschoben wurde. Erst mit der Erwärmung ab Mitte des 19. Jahrhunderts hat sich der Riesling dann als Spitzensorte durchgesetzt. Er wird nun auf der ganzen Welt angebaut und belegt mit steigender Tendenz über 50.000 Ha Fläche. Deutschland hat mit rund 22.000 Hektar weltweit den größten Anteil. Hier ist die Rebe die häufigste Sorte. Er ist in allen 13 Anbaugebieten vertreten. In Österreich belegt er über 1.600 Hektar. Er stellt hohe Anforderungen an die Lage. Besonders gut gedeiht die spät reifende Sorte in kühlen Anbauzonen an sonnenreichen Steilhängen. Ohne die Reifeverzögerung durch kühle Herbstnächte verliert sie schnell an Säure und entwickelt nicht die charakteristischen Fruchtaromen. Den Wein zeichnet ein harmonischer Gleichklang von Säure, Körper und Extrakt mit eher mittlerem Alkohol-Gehalt aus. Die Farbe ist grünlich-gelb und wandelt sich mit dem Alter zu einem schimmernden Goldton. Das Bouquet wird häufig mit Aprikosen und Pfirsichen beschrieben. Speziell feine und edle Fruchtigkeit machen die Unverwechselbarkeit aus.Im Alter entwickelt sich der bei Liebhabern beliebte typische Petrolton. Die Weine haben Langlebigkeit. Auslesen halten 50 Jahre und länger.

Eine edle Fäule
Botrytis im Weinbau (aus Wikipedia)
Grauschimmelfäule als Edelfäule auf Riesling-Weinbeeren.
Im Weinbau kann sein Auftreten große Schäden verursachen. Auf unreifen Weinbeeren ruft er die gefürch
Weiterlesen......